Auch Trommeln warten auf ihren Einsatz
Bei der Tumba Francesa haben die Trommeln nicht unbedingt das erste Wort. Der Composé, der Vorsänger, kann allein beginnen; dann antworten der hölzerne Catá und die Trommeln auf das Zeichen. 🥁 Solist, Chor, Tanzende und Musiker haben unterschiedliche Aufgaben. Selbst eine sehr beeindruckende Trommel muss auf ihren Einsatz warten. Der Austausch zählt ebenso wie der Klang.
Die Tradition gelangte während der Umbrüche der Haitianischen Revolution in den 1790er-Jahren nach Ostkuba, als französische Kolonisten mit versklavten Menschen übersiedelten. Diese Menschen brachten kulturelles Wissen unter Bedingungen mit, die sie nicht gewählt hatten. Afrikanische Musiküberlieferungen begegneten französischen Gesellschaftstanzformen. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich Gesellschaften, die auch nach der Abschaffung der Sklaverei 1886 bestanden.
Der Catá liefert einen scharfen Holzton; von Hand gespielte Trommeln aus ausgehöhltem Holz ergänzen ihre Stimmen, metallene Chachás eine weitere Klangfarbe. Der Masón spielt mit französischen Ballsaalmanieren; der Yubá lässt mehr Raum für Improvisation mit den Trommeln. Lange Kleider, Kopftücher und farbige Stoffe gehören zur Tradition. Elegant ist das durchaus, aber das Gespräch im Ballsaal hat sich ziemlich verändert.
La Caridad de Oriente in Santiago, die mit Pompadour und Santa Catalina verbundene Gesellschaft in Guantánamo und das ländliche Bejuco in Sagua de Tánamo tragen unterschiedliche Gemeinschaftsgeschichten. Die UNESCO erkannte die Tumba Francesa 2003 an und nahm sie 2008 in ihre Liste auf. 🎶 Lieder, Erinnerungen und Lernweisen bleiben bei den Menschen, die sie weitergeben.
Eine Stimme ruft, jemand weiß zu antworten, und die Geschichte bekommt einen weiteren Auftritt im Raum.
